Das weiße Kreuz am Zauberwürfel. So sitzt jede Kante richtig
Du hältst einen verdrehten Würfel in der Hand und willst irgendwo anfangen. Bei der Anfängermethode ist ein weißes Kreuz dieser Anfang. Es besteht aus vier weißen Kantensteinen rund um die weiße Mitte, jeder passend zu seiner Seitenfarbe. Für diesen Schritt gibt es keinen festen Algorithmus, deshalb fühlt er sich für viele schwerer an als die späteren.
Mit zwei Wegen und einer Handvoll kurzer Griffe bringst du jeden Kantenstein dorthin, wo er hingehört. Das Gänseblümchen ist der gemütliche Einstieg, der direkte Weg spart Züge. Für jede Lage, in der ein weißer Kantenstein stecken kann, findest du die passende Bewegung und ein Bild dazu.
Woran du ein richtiges weißes Kreuz erkennst
Ein richtiges weißes Kreuz hat zwei Merkmale. Oben bilden die vier weißen Kantensteine mit der weißen Mitte ein Pluszeichen. Und an jeder der vier Seiten passt die zweite Farbe des Kantensteins zur Mitte direkt darunter. Erst wenn beides stimmt, kannst du mit den weißen Ecken weitermachen.
Das zweite Merkmal übersehen Anfänger am häufigsten. Ein Kreuz, das von oben perfekt aussieht, kann an den Seiten falsch sein. Dann sitzt zum Beispiel die weiß-rote Kante über der grünen Mitte. Spätestens bei den Ecken fällt das auf, weil keine Ecke mehr zu ihren Nachbarn passt.
Die Mittelsteine sind dein fester Bezugspunkt. Sie bewegen sich beim Drehen der Seiten nie gegeneinander, und sie bestimmen, welche Farbe jede Seite am Ende hat. Die rote Mitte legt also fest, wo die weiß-rote Kante hingehört. Du ordnest die Kanten nach den Mitten und nie umgekehrt.
Prüfen kannst du das mit einem Blick rundherum. Dreh den Würfel einmal um die senkrechte Achse, Weiß bleibt dabei oben, und schau auf jede Seite. Unter jeder weißen Kante muss die obere Mitte der Seite dieselbe Farbe haben wie das zweite Feld der Kante. So entsteht an jeder Seite ein kleines Stück eines späteren „T“.
Liegen alle vier Kanten oben, passen aber nur an zwei Seiten, drehst du zuerst die obere Seite mit U. Manchmal rutschen dadurch alle vier gleichzeitig an die richtige Stelle. Passen danach höchstens zwei benachbarte Kanten, sind zwei Kanten vertauscht. Wie du das ohne Neuanfang reparierst, steht beim Kontrollieren des Kreuzes.
Die vier weißen Kantensteine finden
Ein Kantenstein hat genau zwei Farben. Für das Kreuz brauchst du die vier Kanten mit Weiß, also weiß-grün, weiß-rot, weiß-blau und weiß-orange. Eine weiß-gelbe Kante gibt es nicht, weil Weiß und Gelb auf gegenüberliegenden Seiten liegen. Aus demselben Grund gibt es keine rot-orange und keine blau-grüne Kante. Wie der Würfel aus Mitten, Kanten und Ecken aufgebaut ist, erklärt die Seite über Geschichte und Aufbau des Zauberwürfels.
Halte den Würfel mit der weißen Mitte nach oben. Bei einem Standardwürfel liegt Gelb dann unten. Drehst du den Würfel so, dass Grün vorne ist, findest du Rot rechts, Blau hinten und Orange links. Diese Reihenfolge ist auf jedem Würfel mit dem üblichen Farbschema gleich, auch wenn er verdreht ist, weil die Mitten fest bleiben.
Die gesuchten Kanten können oben, in der mittleren Schicht oder unten stecken. Weiß kann dabei nach oben, nach unten oder zur Seite zeigen. Daraus ergeben sich nur wenige Lagen, und für jede gibt es einen kurzen Griff. Wer die Buchstaben der Züge noch nicht kennt, findet sie in der Zauberwürfel-Notation einfach erklärt.

Das Gänseblümchen als einfacher Einstieg
Beim Gänseblümchen sammelst du zuerst alle vier weißen Kanten oben um die gelbe Mitte. Weiß zeigt dabei jeweils nach oben. Die vier weißen Felder um den gelben Punkt sehen aus wie Blütenblätter, daher der Name. Erst danach bringst du jede Kante an ihren Platz auf der weißen Seite.
Halte den Würfel also mit Gelb nach oben. Solange du das Gänseblümchen baust, müssen die Seitenfarben noch nicht stimmen. Du achtest nur darauf, dass Weiß oben ankommt. Das halbiert die Zahl der Dinge, an die du gleichzeitig denken musst.
Eine Kante holst du nach oben, indem du die Seite drehst, in der sie steckt. Steckt sie in der mittleren Schicht, drehst du die Seite, die das farbige Feld der Kante trägt, um eine Vierteldrehung, so dass die Kante nach oben klappt. Zeigt Weiß nach unten, reicht eine halbe Drehung dieser Seite. Vorher drehst du oben mit U so, dass an der Ankunftsstelle noch kein weißes Blatt liegt. Sonst schiebst du ein fertiges Blatt wieder hinaus.
Steht das Gänseblümchen, folgt der zweite Teil. Schau auf ein Blatt und lies die Farbe seines seitlichen Feldes. Dreh oben mit U, bis diese Farbe über der gleichfarbigen Seitenmitte steht. Eine halbe Drehung dieser Seite befördert die Kante nach unten zur weißen Mitte.
Das wiederholst du mit allen vier Blättern. Weil die Kante beim Doppeldreh die obere Schicht verlässt, kannst du danach U frei drehen, ohne etwas kaputt zu machen. Am Ende liegt das Kreuz unten, und das passt genau zum nächsten Schritt, denn für die weißen Ecken liegt Weiß ohnehin unten.
Für jüngere Kinder ist das Gänseblümchen oft der leichtere Weg. Die Zauberwürfel-Anleitung für Kinder erklärt das Kreuz mit einer Eselsbrücke, bei der jede Kante ein Freund ist, der neben seiner Farbe stehen muss. Das Gänseblümchen kostet ein paar Züge mehr als der direkte Weg. Für die ersten Lösungen spielt das keine Rolle, und du kannst später jederzeit umsteigen.
Kanten aus der unteren Schicht holen
Beim direkten Weg baust du das Kreuz gleich oben auf der weißen Seite, so wie im ersten Schritt der Anleitung für Anfänger in 7 Schritten. Du arbeitest eine Kante nach der anderen ab. Halte den Würfel dafür so, dass die Stelle, an die die gesuchte Kante gehört, vorne oben liegt. Für weiß-grün ist das die Seite mit der grünen Mitte.
Am häufigsten liegt eine weiße Kante unten mit Weiß nach unten. Dann drehst du die untere Seite (D), bis die Kante genau unter ihrer Seitenmitte steht. Mit F2, der Doppeldrehung der vorderen Seite, kommt sie nach oben ins Kreuz. Die anderen Kanten des Kreuzes bleiben dabei unberührt, weil F2 nur die vordere Seite bewegt.
Zeigt Weiß bei einer unteren Kante zur Seite, hilft F2 nicht. Die Kante käme sonst oben falsch herum an. Dreh die untere Seite stattdessen so, dass die Kante rechts unten liegt und Weiß nach rechts zeigt. Jetzt folgt R F' R'. R hebt die Kante in die mittlere Schicht, F' klappt sie nach oben auf ihren Platz, und R' stellt die rechte Seite wieder her.
Das letzte R' ist dabei der Teil, den man gern vergisst. Ohne ihn bleibt die Kante rechts oben verschoben, und eine dort schon fertige Kante des Kreuzes landet hinten rechts zwischen zwei Seiten. Sag dir beim Üben einfach „hoch, klappen, zurück“, dann ist der Ablauf schnell im Kopf.
Wenn die Kante in der mittleren Schicht steckt
Eine Kante in der mittleren Schicht holst du mit einer einzigen Drehung nach oben, und zwar mit der Seite, auf die Weiß nicht zeigt. Steckt weiß-grün vorne rechts und Weiß zeigt nach rechts, genügt F'. Die Kante wandert mit der vorderen Seite nach oben, und Weiß zeigt danach nach oben. Ein Algorithmus zum Auswendiglernen ist das nicht, eher eine Beobachtung.
Zeigt Weiß dagegen nach vorne, musst du die rechte Seite drehen. R würde die Kante aber nach rechts oben schieben, an einen fremden Platz. Deshalb drehst du vorher die obere Seite mit U', so dass die Lücke für weiß-grün genau rechts oben liegt. Dann hebt R die Kante in diese Lücke, und U dreht die obere Schicht zurück. Zusammen ist das U' R U.
Auf der linken Seite funktioniert alles spiegelbildlich. Zeigt Weiß nach links, reicht F. Zeigt Weiß nach vorne, heißt die Folge U L' U'. Merk dir dafür die Regel statt der Buchstaben. Erst die Lücke über die Kante drehen, dann die Kante hochheben, dann die obere Schicht zurückdrehen.
Steckt die Kante hinten in der mittleren Schicht, gilt dieselbe Regel. Du drehst U, bis die Lücke über der Seite mit dem farbigen Feld der Kante liegt. Dann hebst du die Kante mit dieser Seite nach oben und drehst U zurück. Wer lieber nur vorne arbeitet, dreht den Würfel um die senkrechte Achse, bis die Kante vorne liegt, und behält im Kopf, wohin sie gehört.
Prüfe nach jeder Kante kurz, ob die schon fertigen Kanten noch stimmen. Ein vergessenes Zurückdrehen von U ist der häufigste Grund dafür, dass plötzlich zwei Kanten an den Seiten nicht mehr passen. Sie sitzen dann alle um eine Vierteldrehung verschoben, und ein einzelnes U oder U' bringt sie zurück.
Kanten oben am falschen Platz oder falsch herum
Liegt eine weiße Kante schon oben, ist sie trotzdem nicht immer fertig. Zwei Lagen kommen vor. Entweder zeigt Weiß nach oben, aber die Kante steht neben der falschen Seitenmitte. Oder sie steht am richtigen Platz, aber Weiß zeigt zur Seite. Beide Lagen löst du, indem du die Kante erst nach unten oder in die Mitte schickst und dann wie gewohnt einsetzt.
Steht die Kante am falschen Platz, drehst du ihre Seite zweimal. Sitzt weiß-grün zum Beispiel rechts oben, schickt R2 sie nach unten, und zwar mit Weiß nach unten. Danach bist du in der bekannten Lage. D dreht sie unter die grüne Mitte, F2 bringt sie hoch. Als Folge geschrieben heißt das R2 D' F2.
Sitzt die Kante richtig, zeigt Weiß aber nach vorne, nennt man sie gekippt. Dreh die vordere Seite mit F. Damit rutscht die Kante nach vorne rechts in die mittlere Schicht, und Weiß zeigt nach vorne. Jetzt hast du genau den Fall aus dem vorigen Abschnitt und machst U' R U. Alles zusammen lautet F U' R U.
Gekippte Kanten sind kein Zeichen für einen kaputten Würfel. Sie entstehen ganz normal beim Verdrehen. Erst wenn du am Ende der Lösung oben eine einzelne gekippte gelbe Kante hast, ist etwas faul. Dann wurde der Würfel einmal zerlegt und falsch zusammengesetzt, und das hat mit dem Kreuz nichts zu tun.
Reihenfolge, Kontrolle und vertauschte Kanten
Für die Reihenfolge der vier Kanten gibt es keine Pflicht. Praktisch ist es, mit der Kante zu beginnen, die am leichtesten zu erreichen ist. Oft liegt eine schon fast richtig. Die erste Kante darfst du ohnehin frei setzen, denn mit U kannst du sie jederzeit über ihre Seitenmitte drehen. Erst ab der zweiten Kante zählt die Lage zueinander.
Aus diesem Grund lohnt sich ein kleiner Trick bei der zweiten Kante. Statt sie sofort an den genauen Platz zu bringen, setzt du sie neben die erste, und zwar so, dass beide zueinander passen. Weiß-grün und weiß-rot müssen zum Beispiel nebeneinander liegen, rot rechts von grün, wenn du von vorne schaust. Stimmt das Verhältnis, dreht ein U beide zugleich an ihre Mitten.
Ist das weiße Kreuz komplett, machst du die Kontrollrunde aus dem ersten Abschnitt. Passen zwei gegenüberliegende Kanten und zwei nicht, sind die beiden falschen vertauscht. Das Gleiche gilt, wenn zwei benachbarte Kanten falsch sind. In beiden Fällen nimmst du eine der falschen Kanten mit einem Doppeldreh nach unten und setzt sie neu ein.
Für zwei benachbarte vertauschte Kanten vorne und rechts gibt es eine kurze Folge. Sie lautet F2 D R2 D' F2. F2 schickt die vordere Kante nach unten, und D schiebt sie unter die rechte Seite. R2 tauscht sie gegen die rechte Kante. D' und F2 bringen dann die andere nach vorne oben. Die beiden hinteren Kanten bleiben dabei, wo sie sind.
Kommst du nach mehreren Anläufen nicht weiter, lass den Würfel prüfen. Im Zauberwürfel-Löser mit Kamera-Scan siehst du jeden Zug am 3D-Würfel. Das hilft vor allem dann, wenn du nicht sicher bist, ob der Würfel überhaupt lösbar zusammengesetzt ist. Zum Üben ohne echten Würfel eignet sich der 3D-Simulator zum Online-Drehen, dort kannst du dieselbe Lage beliebig oft wiederholen.
Wie viele Züge sind normal? Mit dem Gänseblümchen brauchen Anfänger oft 15 bis 25 Züge für das Kreuz, mit dem direkten Weg weniger. Das ist für den Anfang völlig in Ordnung. Wichtiger als die Zahl ist, dass das Kreuz am Ende sauber zu den Mitten passt, weil jeder Fehler hier in den späteren Schritten teuer wird.

Das weiße Kreuz unten bauen für schnellere Zeiten
In der Anfängermethode baust du das Kreuz oben und drehst den Würfel danach um. Speedcuber lösen das Kreuz direkt auf der Unterseite. So sehen sie während der nächsten Schritte die obere Schicht frei und sparen das Umdrehen. Wer mit dem Gänseblümchen arbeitet, kennt das Ergebnis schon, denn dort landet das Kreuz ohnehin unten.
Der Umstieg verlangt vor allem ein anderes Hinschauen. Die weißen Felder liegen jetzt unten und sind beim Lösen kaum zu sehen. Du erkennst eine fertige Kante an ihrer Seitenfarbe, denn sie passt zur Mitte darüber. Von vorne siehst du dann an jeder Seite eine senkrechte Linie aus zwei gleichen Feldern.
Die Griffe bleiben fast dieselben, nur gespiegelt nach unten. Eine Kante oben mit Weiß nach oben bringst du mit einem Doppeldreh der Seite nach unten, nachdem du sie mit U über ihre Seitenmitte gedreht hast. Steckt sie in der zweiten Ebene, klappst du sie mit der passenden Seite nach unten. Ein leichtgängiger Würfel hilft beim Umstieg, weil sich unten liegende Kanten sonst gern verhaken. Worauf es beim Kauf ankommt, steht in der Kaufberatung für Speedcubes.
Beim Speedcubing planst du das ganze Kreuz in der Inspektionszeit von 15 Sekunden, bevor du die erste Seite drehst. Jedes weiße Kreuz lässt sich in höchstens acht Zügen lösen. Diese Zahl ist ein gutes Ziel, für den Anfang aber zweitrangig. Wie es danach mit F2L, OLL und PLL weitergeht, zeigt die Seite Zauberwürfel schnell lösen mit CFOP.
Als Zwischenschritt hat sich bewährt, das Kreuz eine Woche lang weiter oben zu lösen, es aber schon vor dem ersten Zug vollständig zu planen. Danach drehst du es gleich unten. Mit dem Cube Timer mit Scrambles misst du, wie lange das Kreuz allein dauert. Viele landen nach ein paar Wochen bei wenigen Sekunden dafür.
Die meisten Cuber bleiben dauerhaft bei Weiß als Kreuzfarbe. Das hat einen praktischen Grund, denn die Fälle der späteren Schritte sehen dann immer gleich aus. Du kannst später auch andere Kreuzfarben trainieren, für Anfänger ist eine feste Farbe aber der schnellere Weg.
Sobald dein weißes Kreuz zuverlässig steht, drehst du den Würfel um, so dass Weiß unten liegt, und machst mit den Ecken weiter. Wie das mit R U R' U' funktioniert, steht im zweiten Schritt der Zauberwürfel-Anleitung. Zum Nachschlagen neben dem Würfel hilft der Spickzettel als PDF zum Ausdrucken.
Verdreh deinen Würfel gleich zehnmal hintereinander und löse jedes Mal nur das Kreuz. Zähle dabei die Züge. Nach ein paar Runden erkennst du die Lagen der Kanten auf einen Blick und musst über die Griffe nicht mehr nachdenken.
Häufige Fragen
Muss das weiße Kreuz zuerst kommen?
Bei der Anfängermethode ja, weil alle späteren Schritte darauf aufbauen. Weiß ist nur eine Gewohnheit, mit jeder anderen Farbe funktioniert es genauso. Wichtig ist, dass du dich auf eine Farbe festlegst, damit du die Fälle wiedererkennst.
Warum passen die Seitenfarben meines Kreuzes nicht?
Meist wurden zwei Kanten vertauscht oder die obere Schicht steht um eine Vierteldrehung verschoben. Dreh zuerst U, bis möglichst viele Kanten passen. Bleiben zwei falsch, hol eine davon mit einer halben Drehung ihrer Seite heraus und setze sie neu ein.
Ist das Gänseblümchen schlechter als der direkte Weg?
Es braucht etwas mehr Züge, ist aber übersichtlicher und führt sicher zum Ziel. Für die ersten Wochen ist es eine gute Wahl. Wer schneller werden will, steigt später auf den direkten Weg um und baut das Kreuz gleich unten.
Wie viele Züge braucht man für das weiße Kreuz?
Optimal sind es nie mehr als acht Züge, im Durchschnitt deutlich weniger. Anfänger brauchen oft doppelt so viele oder mehr, das ist völlig normal. Mit etwas Übung und Planung vor dem ersten Zug sinkt die Zahl von allein.