Zauberwürfel lösen: Anleitung für Anfänger

Wie löst man einen Zauberwürfel? Mit der Anfängermethode Schicht für Schicht, in 7 überschaubaren Schritten. Zu jedem Algorithmus gibt es eine 3D-Animation, damit du die Züge erst anschauen und dann an deinem eigenen Würfel nachmachen kannst.

Bevor es losgeht: so ist der Würfel aufgebaut

Ein 3x3 Zauberwürfel (auch Rubik's Cube genannt) sieht nach 54 bunten Feldern aus, besteht aber nur aus drei Arten von Steinen. Wer das einmal verstanden hat, findet sich in jeder Anleitung zurecht:

6 MittelsteineSie sitzen in der Mitte jeder Seite und bewegen sich nie gegeneinander. Die Mitte bestimmt die Farbe der Seite: Ist die Mitte rot, wird die ganze Seite am Ende rot.
12 KantensteineSteine mit zwei Farben zwischen zwei Mitten. Ein Kantenstein weiß-rot gehört immer zwischen die weiße und die rote Mitte.
8 EcksteineSteine mit drei Farben an den Ecken. Ein Eckstein weiß-rot-blau gehört an die Stelle, an der sich die weiße, rote und blaue Seite treffen.

Auf einem Standardwürfel liegt Weiß gegenüber von Gelb, Rot gegenüber von Orange und Blau gegenüber von Grün. Daraus folgt der wichtigste Gedanke dieser Anleitung: Du löst nicht Farben, sondern Steine. Ein Stein ist erst dann richtig, wenn alle seine Farben zu den angrenzenden Mitten passen.

Die Anfängermethode löst den Würfel in drei Ebenen: zuerst die weiße Schicht (Schritt 1 und 2), dann die mittlere Schicht (Schritt 3) und zuletzt die gelbe Schicht (Schritt 4 bis 7). Rechne für den ersten Durchgang mit ein bis drei Stunden. Das ist normal und wird schnell weniger.

Notation: so liest du die Züge

Jeder Buchstabe steht für eine Seite des Würfels. Die Abkürzungen kommen aus dem Englischen und sind weltweit gleich:

  • R (right) = rechte Seite, L (left) = linke Seite
  • U (up) = obere Seite, D (down) = untere Seite
  • F (front) = vordere Seite, B (back) = hintere Seite

Ein Buchstabe allein bedeutet: diese Seite eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn drehen, und zwar so, als würdest du direkt auf diese Seite schauen. Ein Strich dahinter (R', gesprochen „R Strich“) bedeutet gegen den Uhrzeigersinn. Eine 2 (R2) heißt halbe Drehung, also zweimal in dieselbe Richtung.

Ein Merksatz für R: Bei R wandern die Steine vorne nach oben, bei R' nach unten. Bei U wandern die Steine vorne nach links, bei U' nach rechts. Klicke auf einen Zug, um ihn am Würfel zu sehen.

R

Rechte Seite im Uhrzeigersinn

Wichtig: Während eines Algorithmus hältst du den Würfel immer gleich. Nur die genannten Seiten werden gedreht, nie der ganze Würfel.

Schritt 1: Das weiße Kreuz

Ziel: Auf der weißen Seite entsteht ein weißes Kreuz, und jeder der vier weißen Kantensteine passt mit seiner zweiten Farbe zur Mitte der Seitenfläche. Ein Kreuz, bei dem die Seitenfarben nicht stimmen, bringt dich nicht weiter.

Worauf du achten musst: Halte den Würfel mit der weißen Mitte nach oben. Suche die vier Kantensteine mit Weiß (weiß-rot, weiß-blau, weiß-orange, weiß-grün). Für diesen Schritt gibt es keinen festen Algorithmus. Du arbeitest einen Kantenstein nach dem anderen ab.

Der einfache Trick: Drehe die untere (gelbe) Seite so lange, bis der Kantenstein mit Weiß nach unten direkt unter der passenden Seitenmitte liegt. Also zum Beispiel weiß-rot unter der roten Mitte. Jetzt drehst du diese Seite zweimal (F2), und der Stein steht richtig im Kreuz.

Viele deutsche Cuber lernen das Kreuz auch über das Gänseblümchen: Zuerst sammelst du alle vier weißen Kanten um die gelbe Mitte (sieht aus wie eine Blüte), dann drehst du jede Kante über ihre passende Seitenmitte und bringst sie mit einer Doppeldrehung nach unten zur weißen Mitte.

Häufige Fehler: Das Kreuz ist weiß, aber die Seitenfarben passen nicht zu den Mitten. Prüfe nach jedem Stein, ob er wirklich zur Seitenmitte passt. Und: Drehe beim Einsetzen eines neuen Steins nicht die obere Seite, sonst wirfst du bereits fertige Kanten wieder heraus.

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Schritt 2: Die weißen Ecken

Ziel: Die komplette weiße Seite ist fertig, und die erste Schicht passt rundherum zu den Seitenmitten. An jeder Seite siehst du dann ein kleines „T“ aus drei gleichfarbigen Feldern plus Mitte.

Worauf du achten musst: Drehe den Würfel um, so dass Weiß unten liegt. Ab jetzt bleibt Weiß bis zum Schluss unten. Suche in der oberen Schicht einen Eckstein mit Weiß. Lies seine anderen beiden Farben, zum Beispiel Rot und Blau. Drehe die obere Seite (U), bis der Eckstein genau über seinem Platz steht, also vorne rechts zwischen der roten und der blauen Mitte.

Der Algorithmus: Halte den Würfel so, dass dieser Eckstein vorne rechts oben ist, und wiederhole

R U R' U'

so lange, bis der Stein mit Weiß nach unten richtig sitzt. Je nachdem, wohin Weiß zeigt, brauchst du 1, 3 oder 5 Wiederholungen. Unter Cubern heißt diese Folge „Sexy Move“, weil man sie ständig braucht.

Häufige Fehler: Den ganzen Würfel zwischen den Wiederholungen drehen. Bleib dran, bis der Stein sitzt, auch wenn kurz alles durcheinander aussieht. Steckt eine weiße Ecke falsch unten, halte sie vorne rechts unten und mache einmal R U R' U', dann ist sie oben und du kannst sie normal einsetzen.

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Schritt 3: Die mittlere Schicht

Ziel: Die vier Kantensteine der mittleren Ebene sitzen richtig. Danach sind zwei von drei Schichten fertig.

Worauf du achten musst: Suche in der oberen Schicht einen Kantenstein ohne Gelb. Drehe U, bis seine vordere Farbe zur vorderen Mitte passt. Es entsteht ein umgedrehtes T. Schau nun auf die obere Farbe des Steins: Passt sie zur rechten Mitte, muss er nach rechts, passt sie zur linken, nach links.

Nach rechts einsetzen:

U R U' R' U' F' U F

Nach links einsetzen:

U' L' U L U F U' F'

Häufige Fehler: Einen Stein mit Gelb einsetzen wollen. Gelbe Kanten gehören in die letzte Schicht. Ein zweiter Klassiker: Ein Kantenstein steckt schon in der mittleren Schicht, aber verkehrt herum. Dann setzt du einfach irgendeinen oberen Stein an diese Stelle ein. Dadurch kommt der falsche Stein nach oben, und du kannst ihn danach richtig einsetzen.

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Schritt 4: Das gelbe Kreuz

Ziel: Oben auf der gelben Seite entsteht ein gelbes Kreuz. Die Seitenfarben der Kanten sind in diesem Schritt noch egal.

Worauf du achten musst: Schau nur auf die gelben Kanten oben (die Ecken ignorierst du). Du siehst eines von vier Bildern: einen Punkt, ein L (zwei benachbarte Kanten), eine Linie oder schon ein Kreuz.

  • Linie: Halte sie waagerecht (von links nach rechts) und mache F R U R' U' F'
  • L: Halte das L hinten links (Kanten hinten und links gelb) und mache F U R U' R' F'
  • Punkt: Mache einmal F R U R' U' F'. Danach hast du ein L oder eine Linie und machst wie oben weiter.

Wer sich nur einen Algorithmus merken will: Auch mit dem L hinten links funktioniert F R U R' U' F'. Daraus wird eine waagerechte Linie, und ein zweites Mal ergibt das Kreuz.

Häufige Fehler: Das L falsch halten. Es muss hinten links liegen, wie ein Uhrzeiger von 9 bis 12 Uhr. Hast du nach vielen Versuchen immer nur eine oder drei gelbe Kanten, wurde der Würfel wahrscheinlich einmal auseinandergenommen und falsch zusammengesetzt.

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Schritt 5: Gelbe Kanten richtig anordnen

Ziel: Jede gelbe Kante passt auch mit ihrer Seitenfarbe zur Seitenmitte. Das gelbe Kreuz ist dann „richtig“.

Worauf du achten musst: Drehe U, bis möglichst viele Kanten passen. Mindestens zwei passen immer. Liegen die zwei passenden Kanten nebeneinander, halte sie hinten und rechts. Liegen sie gegenüber, mache den Algorithmus einmal von beliebiger Seite: Danach liegen zwei passende Kanten nebeneinander.

R U R' U R U2 R' U

Diese Folge tauscht die vordere und die linke Kante. Die gelben Ecken verdrehen sich dabei, das macht nichts, sie kommen in den nächsten zwei Schritten dran.

Häufige Fehler: Das letzte U vergessen. Und: Die passenden Kanten vorne statt hinten halten. Dann tauscht der Algorithmus genau die beiden Steine, die schon gestimmt haben.

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Schritt 6: Gelbe Ecken an den richtigen Platz bringen

Ziel: Alle vier gelben Ecksteine sitzen am richtigen Platz. Sie dürfen noch verdreht sein, also muss Gelb noch nicht nach oben zeigen.

Worauf du achten musst: Eine Ecke sitzt richtig, wenn ihre drei Farben zu den drei angrenzenden Mitten passen, egal in welcher Drehung. Beispiel: Die Ecke gelb-rot-blau gehört zwischen die gelbe, rote und blaue Mitte. Suche eine solche Ecke und halte sie vorne rechts oben.

U R U' L' U R' U' L

Die Ecke vorne rechts bleibt stehen, die anderen drei wandern im Kreis. Wiederhole die Folge, bis alle vier Ecken richtig sitzen (meist einmal oder zweimal). Sitzt gar keine Ecke richtig, mache den Algorithmus einmal von beliebiger Seite. Danach ist eine Ecke richtig.

Häufige Fehler: Auf die gelbe Farbe schauen statt auf den Platz. In diesem Schritt zählt nur, ob die Ecke an der richtigen Stelle ist. Außerdem verwechseln viele L' und L: L dreht die linke Seite so, dass die vorderen Steine nach unten wandern.

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Schritt 7: Die letzten Ecken drehen

Ziel: Gelb zeigt überall nach oben, der Würfel ist gelöst.

Worauf du achten musst: Halte den Würfel mit Gelb oben und einer verdrehten Ecke vorne rechts oben. Wiederhole

R' D' R D

bis Gelb an dieser Ecke nach oben zeigt (2 oder 4 Mal). Jetzt kommt der Teil, der beim ersten Mal Mut kostet: Die unteren Schichten sehen völlig zerstört aus. Das ist richtig so. Drehe nun nur die obere Seite (U), bis die nächste verdrehte Ecke vorne rechts ist, und wiederhole R' D' R D. Nach der letzten Ecke ist alles wieder heil. Ein letztes U, und dein Würfel ist gelöst.

Häufige Fehler: Den ganzen Würfel drehen, um an die nächste Ecke zu kommen. Dann klappt es nicht mehr. Ebenso falsch ist es, mittendrin aufzuhören, weil der Würfel unten kaputt aussieht. Erst wenn alle Ecken gedreht sind, stimmt der Rest wieder.

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Lieber den Löser benutzen?

Du steckst fest oder willst einen verdrehten Würfel einfach nur wieder in Ordnung bringen? Mit dem Online-Löser scannst du die sechs Seiten mit der Handykamera (oder tippst die Farben ein) und bekommst eine Lösung in höchstens 22 Zügen, Zug für Zug mit Pfeil am 3D-Würfel erklärt. Wie das mathematisch funktioniert, steht unter Zauberwürfel in 20 Zügen lösen.

Zum Zauberwürfel-Löser

So übst du richtig

Lies die Anleitung beim ersten Mal Schritt für Schritt mit dem Würfel in der Hand. Beim zweiten und dritten Mal schaust du nur noch nach, wenn du hängst. Die meisten können die Anfängermethode nach drei bis fünf Tagen auswendig. Ein paar Tipps, die wirklich helfen:

  • Algorithmen in die Finger bringen: Wiederhole R U R' U' zwanzigmal hintereinander, bis die Hand ihn ohne Nachdenken macht. Das gilt für alle Zugfolgen.
  • Immer gleich anfangen: Starte immer mit Weiß. So erkennst du die Farbreihenfolge rund um den Würfel schneller.
  • Zeit messen: Mit dem Zauberwürfel-Timer siehst du deinen Fortschritt. Unter zwei Minuten ist mit der Anfängermethode gut machbar.
  • Zum Ausdrucken: Alle Schritte auf einer Seite gibt es als PDF zum Ausdrucken. Für jüngere Kinder haben wir eine eigene, einfachere Anleitung für Kinder.

Schneller werden: Ausblick auf CFOP

Sobald die Anfängermethode sitzt und du bei etwa 1:30 bis 2 Minuten bist, ist CFOP der nächste Schritt. Die Methode wird auch Fridrich-Methode genannt und von den meisten Speedcubern weltweit verwendet. Sie besteht aus vier Phasen:

  1. Cross: das weiße Kreuz, aber direkt unten gelöst und schon in der Inspektionszeit geplant.
  2. F2L (First Two Layers): Je eine weiße Ecke und die passende Mittelkante werden zusammen eingesetzt. Das ersetzt Schritt 2 und 3 und ist größtenteils intuitiv.
  3. OLL: die ganze gelbe Seite mit einem Algorithmus (57 Fälle) oder in zwei Etappen mit 10 Algorithmen.
  4. PLL: die letzte Schicht an die richtigen Plätze, mit einem Algorithmus (21 Fälle) oder in zwei Etappen mit 6 Algorithmen.

Wie du den Umstieg angehst, erklärt die Seite Zauberwürfel schnell lösen. Alle OLL- und PLL-Fälle mit Diagramm und 3D-Animation findest du in der Algorithmen-Sammlung. Wie schnell die Besten sind, zeigt der Zauberwürfel-Weltrekord. Wenn du danach Lust auf andere Würfel hast, lies weiter bei 2x2 lösen und 4x4 lösen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, den Zauberwürfel lösen zu lernen?

Mit dieser Anleitung schaffen die meisten den ersten kompletten Lösungsweg an einem Nachmittag, also in etwa ein bis drei Stunden. Nach ein paar Tagen Übung löst du den Würfel ohne Anleitung in zwei bis drei Minuten.

Wie viele Algorithmen braucht man für die Anfängermethode?

Im Kern nur wenige kurze Zugfolgen: R U R' U' für die Ecken, je eine Folge für die mittlere Schicht nach rechts und links, F R U R' U' F' für das gelbe Kreuz, R U R' U R U2 R' U für die gelben Kanten, U R U' L' U R' U' L für die Ecken und R' D' R D zum Drehen.

Ist der Zauberwürfel wirklich für jeden lösbar?

Ja. Du musst weder gut in Mathe sein noch ein besonderes Gedächtnis haben. Die Anfängermethode zerlegt den Würfel in sieben kleine Aufgaben, die man nacheinander abarbeitet.

Was mache ich, wenn ich mitten in einem Schritt durcheinanderkomme?

Geh einen Schritt zurück und prüfe, ob die vorherigen Schichten noch stimmen. Meist wurde der Würfel zwischen zwei Zügen versehentlich gedreht. Notfalls hilft der Online-Löser, der jeden Würfel von jeder Position aus löst.

Wie viele Züge braucht man mindestens, um einen Zauberwürfel zu lösen?

Jede Stellung lässt sich in höchstens 20 Zügen lösen. Diese Zahl nennt man Gottes Zahl. Mit der Anfängermethode brauchst du eher 100 bis 150 Züge, das ist völlig normal. Mehr dazu unter in 20 Zügen lösen.

Welcher Zauberwürfel eignet sich für Anfänger?

Ein günstiger Speedcube mit Magneten dreht sich viel leichter als ein alter Originalwürfel und verhakt seltener. Für die ersten Lösungen funktioniert aber jeder 3x3 Würfel.